Über  die Verkehrsentwicklung und erste Verkehrstote

Moritz Staub erzählte: Zahnarzt Pfad von St. Wendel kam mit einem der ersten Autos im Kreis zum Zähneziehen nach Tholey und dann nach Alsweiler. Er hatte seine „Praxis“ in der Wirtschaft Trapp. Else Annemarie Knebel berichtet hingegen (im Heimatbuch des Kreises St. Wendel 1961/62, Seite 167), dass der St. Wendeler Zahnarzt Trippen ein Automobil  angeschafft hat, um bequemer zu seiner auch in Winterbach und Alsweiler ausgeübten Praxis zu gelangen. 

Das Saarländisches Kraftfahrzeug-Adressbuch für das Jahr 1931, Nachtrag Nr. 1, verzeichnet folgende private Fahrzeugbesitzer in Alsweiler: 

17.779 M Fichtel und Sachs 74 ccm, Peter Trapp, Alsweiler (Mühle?), 1 – 11 

9.650 L Mannesmann-Mulag 42, Josef Wolter, Alsweiler Nr. 41a, 8 - 9 

18.409 L Citroen 45, Josef Kuhn, Alsweiler, An der Goß (In der Gass?), 9 – 2 

Im Saarländischen Kraftfahrzeug-Adressbuch, 2. Auflage 1933, werden folgende private Fahrzeugbesitzer in Alsweiler genannt:  

5.069 P Brennabor 8–24, Karl Theobald und A. Staub, Alsweiler Nr. 36 

8.455 Li Rochet Schneider 9,98-25, Josef Kuhn, Alsweiler Nr. 223 

9.650 L Mannesmann 42, Johann Wolter, Alsweiler, Nr. 41a 

14.488 M FN 1,8 – 7,5, Johann Schupmehl, Alsweiler b. St. Wendel

18.409 L Citroen 45 Josef Kuhn, Alsweiler, Nr. 220 

18.800 M BMW 6, Peter Trapp, Alsweiler 288 

14.766 M BSA 1,3-4,5 Eduard Recktenwald, Alsweiler b. St. Wendel 

Die Abkürzungen bedeuten: L = Lastwagen, Li = Lieferwagen, M = Motorrad, P = Personenwagen 

K. Theobald und A. Staub haben, nach Angaben älterer Bewohner, gemeinsam ein Taxiunternehmen betrieben. Ich erinnere mich, dass ich als Kind einen der oben erwähnten Lieferwagen von Josef Kuhn, der noch mit Vollgummireifen bestückt war, gesehen habe. Außer ihm waren nach dem 

zweiten Weltkrieg sein Bruder Wendel Kuhn und Reinhold Hoffmann LKW-Besitzer. 1938 führt auch Josef Brill (Schmidtches), Richtstraße 2, als LKW-Besitzer Autotransporte durch. Dieter Schmidt, dessen Vater Josef Busfahrer bei der Deutschen Reichspost (später Bundespost) war, gründete 1959 in Alsweiler ein Taxiunternehmen, erweiterte es 1963 zu einem Omnibusbetrieb und verlegte den Geschäftssitz nach Marpingen. 

Der erste Verkehrstote aus Alsweiler ist unseres Wissens nach der Metzgermeister Willi Morsch, der im Jahr 1937 mit seinem PKW bei Furschweiler verunglückte. Ebenfalls ein Verkehrsopfer wurde im Jahre 1939 Hermann Brachmann (Sohn von Peter Brachmann in der Hauptstraße 94, heute Tholeyer Straße), der von seiner Arbeitsstelle in St. Wendel mit dem 

Fahrrad nach Hause fuhr, als ihm in Höhe des Alsweiler Friedhofs die Bremsen versagten und er vor einer Rechtskurve auf die linke Straßenseite geriet, wo er gegen einen Pfosten der dort befindlichen Viehweide prallte und schwere Kopfverletzungen erlitt, an deren Folgen er starb. 

Im Jahre 1942 fuhr ein Postbus, der von Winterbach kam, wegen defekter Bremsen mit hoher Geschwindigkeit an den ersten Häusern in der „Hôhl“ vorbei, konnte aber der Straßenbiegung nach rechts vor der Wirtschaft Trapp nicht mehr folgen, raste zwischen den Häusern Eduard Recktenwald und Franz Laub (auf der linken Seite der Hauptstraße) vorbei, durchbrach den Zaun des dort befindlichen Gartens, ehe er in dessen Mitte zum Stehen kam. Gott sein Dank trug keiner der Mitfahrenden einen nennenswerten Schaden davon. 

Geschichtsforum Alsweiler e.V.

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