Von der Postkutsche zum Omnibus

Wenige Jahrzehnte nach der Erfindung des Automobils wurde auch die Möglichkeit geschaffen, Reisende mit Motorkraft auf bequemere Art und Weise zu befördern. So hat die Bayerische Post am 1. Juni 1905 die erste Linienverbindung zwischen Bad Tölz und Lenggries eröffnet, 1906 folgte die Reichspost mit einer ersten Linie in Hessen.


Nach dem ersten Weltkrieg erfasste diese Entwicklung das neu geschaffene Saargebiet und damit auch unsere engere Heimat. Um 1925 wurde der Postkutschenverkehr in unserer Gegend eingestellt. Im August 1923 hat ein Privatunternehmen aus Alsfassen einen 25-sitzigen Omnibus zwischen St. Wendel über Alsweiler nach Marpingen eingesetzt. Da er jedoch nur unregelmäßig verkehrte, konnten Berufspendler ihn nicht benutzen, weshalb diese Linie aus Mangel an Passagieren schon bald wieder eingestellt wurde. Im Frühjahr 1927 hat das Omnibusunternehmen Fuest aus Marpingen die Strecke übernommen. Nachdem sich jedoch viele Benutzer über dieses Unternehmen beklagt hatten, veranlasste der Kreisausschuss im Oktober 1929 durch einen Vertrag zwischen dem Kreis, der Stadt St. Wendel sowie den Gemeinden Winterbach und Alsweiler die Gründung eines kommunalen Verkehrsunternehmens, der sog. Kreisverkehrsgesellschaft. Sie hat am 25. November 1929 mit drei Bussen (zwei davon hat sie von der Firma Fuest übernommen) den Linienverkehr eröffnet. Im April 1930 wurde ein weiterer, ebenfalls gebrauchter Bus angeschafft. 1930/31 wurde schließlich in Alsweiler eine Garage für drei Busse gebaut. Der vierte Bus konnte in der Autohalle in St. Wendel abgestellt werden. Nun konnte die Strecke St. Wendel – Marpingen an Werktagen sechsmal und die Strecke St. Wendel – Alsweiler dreimal befahren werden. Die Kreisverkehrsgesellschaft wurde am 1. April 1937 von der Reichspost abgelöst.


Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Omnibusfahrten weitgehend eingeschränkt. Es verkehrten aus Alsweiler nur wenige Busse für die Hin- und Rückfahrt nach St. Wendel. Sie waren zudem nur Arbeitnehmern vorbehalten, die in St. Wendel beschäftigt waren oder von dort mit dem Zug weiter zu ihrer Arbeitsstätte fuhren. Schüler und andere Privatpersonen wurden grundsätzlich nicht befördert. Sie mussten zu Fuß zum Bahnhof nach Tholey gehen und von dort mit dem Zug nach St. Wendel fahren. Wenn das Wetter es erlaubte, benutzten manche Arbeitnehmer und vor allem Schüler das Fahrrad, um nach St. Wendel zu gelangen.


Als die Alliierten 1945 unsere Heimat besetzten, wurde der öffentliche Busverkehr komplett eingestellt. Die französische Grubenverwaltung (Régie des Mines de la Sarre) hat dann bereits im Jahre 1945 Busse zur Beförderung der Bergleute eingesetzt. Für die Bergleute aus Alsweiler und Umgebung wurde mit der Firma Vignal, die ihren Sitz in Theley hatte, ein französisches Busunternehmen engagiert. Der öffentliche Omnibusverkehr von St. Wendel nach Alsweiler und Marpingen wurde erst im Mai 1946 aufgenommen und im September 1947 wegen Reifenmangel wieder eingestellt. Erst 1949, als eine ausreichende Versorgung mit Ersatzteilen möglich war, konnten sechs Busse für den Linienverkehr St. Wendel - Urexweiler und St. Wendel – Wadern, jeweils über Alsweiler, eingesetzt werden.


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