Das historische Hiwwelhaus

Blick auf die Front des Hiwwelhauses (Foto: Mechthild Schneider, LPM)
Blick auf die Front des Hiwwelhauses (Foto: Mechthild Schneider, LPM)

 

 

Das historische Hiwwelhaus

ist eines der ältesten erhaltenen Bauernhäuser im Saarland und gilt im ganzen Saar-Lor-Lux-Raum als dörfliches Kulturdenkmal von hohem Rang. Ursprünglich wurde es vermutlich schon vor dem Dreißigjährigen Krieg (1618-48) errichtet, doch sind aus dieser Zeit nur noch eine Wand, zwei Fensternischen und ein Gewölbekeller erhalten. In mehreren Kriegen, angefangen vom Dreißigjährigen Krieg (1618-48),  wurde das Gebäude offenbar zerstört und dann im Jahr 1712  in der heute erhaltenen Form wieder aufgebaut. Alsweiler gehörte damals zum Oberamt Schaumberg des Herzogtums Lothringen und war bereits seit Jahrhunderten eng mit der Abtei Tholey, dem ältesten urkundlich bezeugten Kloster auf deutschen Boden, verbunden.

Der Name des Hiwwelhauses leitet sich davon ab, dass es in der historischen Dorfmitte neben der Kirche auf einem Hügel (mundartlich: Hiwwel) liegt. Der Form nach ist das Gebäude ein Vorläufer des südwestdeutschen Quereinhauses, das Wohnung, Stall und Scheune unter einem lang gestreckten Dach vereint. Seine Wände sind im Kniegeschoss größtenteils in Holzfachwerk mit Stroh- und Lehm-Stakung gefertigt. Eine Ausnahme bildete bereits im frühen 18. Jahrhundert der Wohnhausteil, welcher damals in massivem Sandsteinmauerwerk erstellt wurde. Im Stall- und Scheunenteil wurde das Holzfachwerk nach 1830 im Zuge einer Erneuerung ebenfalls durch Sandsteinmauerwerk ersetzt. Die ursprüngliche Bauweise ist an einigen Stellen im Inneren noch gut sichtbar. Das Dach war anfangs mit Stroh gedeckt.

Der Mittelpunkt des Hauses war die Küche, die ohne Türe mit dem Hausgang verbunden war. Sie ist noch weitgehend im Originalzustand erhalten. Neben der offenen Feuerstelle und demriesigen Kaminabzug (Haaschd) befinden sich darin auch ein außen angebauter Backofen, der gemauerte Hausbrunnen (Petz), eine Essecke und das Fenster mit dem obligatorischen Wasserstein, dessen Auslauf vor die Außenfassade führte. Daneben lagen die Wohnstube und eine so genannte Stubenkammer. Im Dachgeschoss sind, erreichbar über eine Holzstiege, mehrere Schlafkammern untergebracht.

Das Hiwwelhaus diente Jahrhunderte lang als Wohnhaus mit Stallung und war immer privat genutzt. 1995 kam es auf Initiative von Denkmalschützern und Kommunalpolitikern in den Besitz der Gemeinde, die es umfassend sanierte und 1998 als dörfliches Kulturzentrum eröffnete. Seitherfinden dort im ehemaligen Stall und heutigen Multifunktionsraum zahlreiche Kleinkunst-Veranstaltungen, Vorträge und Ausstellungen statt.

Der historische Teil des Hiwwelhauses ist seit dem Jahr 2000 ein Bauernhaus-Museum, das vom Geschichtsforum Alsweiler betreut wird. Es gibt in seltener Anschaulichkeit einen Einblick in die Lebensumstände unserer Vorfahren vor 300 Jahren. Im Obergeschoss wird ein historisches Dorfmodell gezeigt, das von Alsweiler Bürgern gebaut wurde und den Entwicklungszustand des Dorfes zur Zeit des Wiederaufbaus des Hiwwelhauses zeigt. Aus jener Epoche stammt auch das Speiersch Haus, das in unmittelbarer Nähe liegt und 1734 wieder aufgebaut wurde. Es diente als Zehntspeicher des Dorfes für die Feldfrüchte, die  dem Abt in Tholey abzuliefern waren.

 

Literatur: Edmund Groß, Chronik des Hiwwelhauses Alsweiler, Alsweiler 200; Edmund Groß, Versunkene Welten, Alsweiler gestern und vorgestern, Alsweiler 2004. Unsere Tür in die Geschichte – 300 Jahre Hiwwelhaus Alsweiler. Ein historisches Bauernhaus als lebendiges Kulturzentrum. Hrsgg. vom Verein für Heimatkunde Alsweiler und dem Hiwwelhaus-Verein, Alsweiler 2012.

 

Alle Fotos: Mechthild Schneider, LPM
Alle Fotos: Mechthild Schneider, LPM

Geschichtsforum Alsweiler e.V.

Ansprechpartner

Tom Störmer

Telefon 06853.502380

Bernd Brill

Telefon 06851.939883

Führungen durchs Hiwwelhaus

Bernd Brill

Telefon 06851.939883