Ein Dorfmodell erlaubt den Blick in die Geschichte: Alsweiler um 1737

Modernste Computer- und Robotertechnik und eine alte Landkarte aus dem Jahre 1737 machten es möglich: In Alsweiler ist unter der Regie des Vereins für Heimatkunde ein historisches Modell des Dorfes und seiner Umgebung entstanden. Damit wird anschaulich dargestellt, wie Alsweiler vor rund 275 Jahren ausgesehen haben dürfte, als es nur aus etwa 30 Häusern bestand und kaum mehr als 100 Einwohner zählte. Es ist die erste dreidimensionale Reproduktion dieser Art im Saarland.

Das Modell, das aus einem Styroporblock gefertigt wurde und 1,50 mal 1,50 Meter misst, wurde am 27. April 2008 bei einem Tag der Offenen Tür im Hiwwelhaus in Alsweiler vorgestellt und ist seither im Obergeschoss des historischen Gebäudes ausgestellt. Es ist ein Gemeinschaftswerk verschiedenster Experten, die unentgeltlich zahlreiche Stunden dafür aufwandten, und konnte dank der finanziellen Unterstützung des Ortsrates Alsweiler realisiert werden.

Basis der Darstellung ist zum einen eine erst vor einigen Jahren entdeckte Landkarte, die der junge französische Militärgeograph und Vermessungsingenieur Jean-Jacques Naudin im Jahre 1737 von der Saar- und Mosel-Region angefertigt hatte. Zum Zweiten zog man für die Nachbildung der unverändert gebliebenen Geländeformationen die heutigen Daten heran, die das Landesamt für Kataster-, Vermessungs- und Kartenwesen bereitstellte.

Diese Daten konnte Peter Trapp, Inhaber eines Ingenieurbüros für Planung und Vermessung in Marpingen, zusammen mit seinem Sohn Sascha in einer Serie von Rechenoperationen in eine für Industrieroboter lesbare Form konvertieren. Für Jürgen Junker aus Theley, den Inhaber der Firma Modellbau Junker GmbH in Uchtelfangen, war damit die Möglichkeit gegeben, das Geländemodell im Maßstab 1:1000 in der Fläche und 1:400 in der Höhe aus einem Styroporblock auszufräsen.

Die handwerklichen Arbeiten des Modellbaus übernahmen nun Josef Becker und Edgar Kreuz aus Alsweiler. Angeleitet von Lilian Werle und Eddi Theobald vom Modellbau-Club Freisen, fertigten sie Walduntergrund aus gemahlenem Tabak, modellierten Bäche aus Klarlack und dunkelten die Farbe eines Weges mit aufgebrühtem Kaffeesatz nach. Straßen wurden en miniature mit Kies gepflastert und die Häuser aus Holz maßstabgerecht zurechtgesägt. Dabei standen als Berater für historische Details der Alsweiler Architekt und Bauforscher Edmund Groß sowie der Historiker Johannes Naumann aus Thalexweiler den beiden Handwerkern zur Seite. Der Diplom-Geologe Thomas Schu und Dr. Anne Frank-Fuchs aus Marpingen stellten zudem an der Seite des Modells die Bodenschichten dar.

Geschichtsforum Alsweiler e.V.

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